Aus der Forschung in die Praxis

Die neuesten Ergebnisse und Beiträge zu den Themengebieten Kinderwunsch, Pränatale Medizin, Humangenetik, Endokrinologie und Osteologie für Fachleute und interessierte Laien lesen Sie regelmäßig hier:

Seit Jahren stehen Langzeituntersuchungen von Kindern nach einer ICSI im Focus des Interesses. Da die erste Geburt nach ICSI 1992 mittlerweile bereits einige Jahre zurück liegt, erreichen zunehmend Jugendliche das reproduktive Alter, was zunehmend systematische Untersuchungen zu unterschiedlichen Fragestellungen – wenn auch noch an kleinen Kollektiven – ermöglicht.
Erstmalig wurden in 2 Publikationen Daten zu den Hormonwerten von 54 Männern bzw. 71 Frauen publiziert, die nach einer ICSI geboren...

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Die für eine IVF/ICSI-Therapie durchgeführte hormonelle Stimulation der Eierstöcke führt zu deutlich erhöhten Hormonspiegeln mit dem Risiko eines sogenannten Überstimulationssyndroms (OHSS) und einer herabgesetzten Rezeptivität („Einnistungsbereitschaft“) der Gebärmutterschleimhaut. Diese Phänomene treten insbesondere bei einem übermäßig starken Ansprechen auf die Stimulationsbehandlung mit einer höheren Zahl entnommener Eizellen auf. Durch die vorsorgliche Entscheidung zum Einfrieren aller...

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Das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) ist bei Frauen die häufigste hormonelle Ursache für Zyklusstörungen und einen unerfüllten Kinderwunsch. Seit langem ist der Zusammenhang mit Störungen des Insulinstoffwechsels bekannt. So wirken zusätzlich zu der beim PCOS vorliegenden vermehrten männlichen Hormonbildung und -Wirkung erhöhte Insulinspiegel ungünstig auf das Wachstum der Follikel (Eibläschen) im Eierstock – häufig im Zusammenhang mit einer Adipositas und begleitend nachzuweisender...

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Migräne ist eine der häufigsten Kopfschmerzformen und betrifft v.a. das weibliche Geschlecht im fertilen Alter. Es werden zwei Subtypen (Migräne ohne Aura bzw. mit Aura) unterschieden. Typische Charakteristika der Migräne ohne Aura sind einseitiges Auftreten („Hemikranie“), ein pulsierender Charakter, welcher bei körperlicher Aktivität verstärkt wird und eine deutliche Beeinträchtigung des täglichen Lebens. Zusätzlich bestehen vegetative Begleitsymptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit (80%),...

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Seit längerem wird ein Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Fertilität vermutet, wobei dazu bisher nur wenige und uneinheitliche Daten vorliegen.
In einer aktuellen Studie (Pal et al. Vitamin D status relates to reproductive outcome in women with polycystic ovary syndrome: secondary analysis of a multicenter randomized controlled trial. J. Clin. Endocrinol. Metab. 2016; 101: 3007-3035) wurde bei Kinderwunsch-Patientinnen mit einem PCO-Syndrom (PCOS) (n = 540) vor einer ovariellen Stimulation...

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Bei Patientinnen mit einer prämaturen Ovarialinsuffizienz (premature ovarian insufficiency, POI) ist eine suffiziente Hormontherapie erforderlich, um den negativen Einfluss des Hormonmangels auf den Knochenstoffwechsel (Osteoporose) zu verhindern.
In einer randomisierten und über 2 Jahre angelegten Studie von 59 Frauen (18 – 44 Jahre) mit einem spontan eingetretenen POI waren 30 mit einer Randomisierung einverstanden und erhielten entweder eine Hormonersatztherapie (HRT) oder ein kombiniertes...

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In den letzten Jahren wurden weitere Methoden entwickelt, um eine invasive Diagnostik in der Schwangerschaft (Fruchtwasseruntersuchung bzw. Mutterkuchenpunktion) zu vermeiden. Aktuell gibt es das Ersttrimester-Screening, bei dem durch die Beurteilung der fötalen Nackentransparenz und ggf. zusätzlicher Marker wie das Nasenbein, den Blutfluss im Ductus venosus und an der Trikuspidalklappe in Verbindung mit einer Blutuntersuchung (freies ß-HCG und PAPP-A) ein individuelles Risikoprofil der...

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Sowohl die WHO (Report of a WHO Technical Consultation on Birth Spacing. WHO [Internet] 2005. http://www.who.int/maternal_child_adolescent/documents/birth_spacing.pdf) als auch viele Beratende empfehlen nach einem Abort eine wenigstens 6monatige „Wartezeit“ bis zur erneuten Konzeption. Gerade für „ältere“ Kinderwunschpatientinnen kann dieser Rat eine durchaus relevante Verzögerung einer spontanen Konzeption oder ggf. aktiven Kinderwunschbehandlung bedeuten. Grund für die Empfehlung ist die...

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