Aus der Forschung in die Praxis

Die neuesten Ergebnisse und Beiträge zu den Themengebieten Kinderwunsch, Pränatale Medizin, Humangenetik, Endokrinologie und Osteologie für Fachleute und interessierte Laien lesen Sie regelmäßig hier:

Kombinierte hormonelle Kontrazeptiva (KOK) steigern das Risiko venöser Thrombembolien (VTE). Ob neben der Östrogenkomponente auch die enthaltenen Gestagene eine Rolle spielen, ist seit Jahren in Diskussion. Direkte Gerinnungs-steigernde Effekte der Gestagene konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Möglicherweise reduzieren jedoch bestimmte Gestagene das durch Ethinylöstradiol (EE) gesteigerte VTE-Risiko mehr als andere, was infolge zu einem niedrigeren VTE-Risiko führt (1).
Vor kurzem wurde...

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Kontrovers diskutiert, aber momentan weitgehend akzeptiert ist, dass bei Kinderwunsch ein TSH < 2,5 mU/l angestrebt werden sollte. Unklar ist, ob eine Therapieindikation auch bei Patientinnen mit normaler Schilddrüsenfunktion und positiven Antikörpern gegen Thyreoperoxidase (TPO-Ak) besteht.
In einer aktuellen randomisierten Studie zu dieser Frage erhielten 300 Frauen mit positiven TPO-Ak bei ansonsten normalen Schilddrüsenwerten entweder L-Thyroxin 25 oder 50 und wurden mit 300...

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Die Endometriumablation ist eine etablierte Therapieoption bei Frauen mit abgeschlossener Familienplanung und Blutungsstörungen. Länger bekannt ist aber auch, dass danach noch Schwangerschaften bei prämenopausalen Frauen eintreten können.
Ein aktueller Review beschäftigt sich mit der Wahrscheinlichkeit einer Konzeption sowie dem Verlauf solcher Schwangerschaften (Kohn et al. Pregnancy after endometrial ablation: a systematic review. BJOG 2018; 125: 43-53).
Die Arbeit umfasst 274 Schwangerschaften...

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Immer wieder wird spekuliert, ob das Alter des Vaters sowohl bei spontan als auch nach Kinderwunschbehandlungen eingetretenen Schwangerschaften eine Bedeutung bezüglich des Risikos für Erkrankungen bei Mutter oder Kind besitzt.
In einer retrospektiven Studie wurden alle Lebendgeburten in Ohio zwischen 2006 und 2012 ausgewertet (Hurley & DeFranco Influence of paternal age on perinatal outcomes. Am. J. Obstet. Gynecol. 2017; 217: 566e1-e6). 3,7% der Neugeborenen entstanden nach reproduktionsmedizi...

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Die Adipositas wird von der WHO als Epidemie des Jahrhunderts wahrgenommen. Aus der 2010 publizierten SWAN-Studie (1) ist eine signifikante Assoziation des BMI > 30 kg/m² während der Pubertät mit einer lebenslangen höheren Wahrscheinlichkeit einer Nulligravidität bekannt (1). In einer Metaanalyse von über 40 Interventionsstudien über einen Zeitraum von 30 Jahren zeigte sich in den Gruppen mit Lebensstilmodifikation (Diät mit 1400 kcal/d und aerober Sport) eine höhere Schwangerschaftsrate im...

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In einer groß angelegten Langzeitstudie von über 27.000 postmenopausalen Frauen, die von 1993-1998 im Rahmen der Women‘s Health Initiative (WHI) durchgeführt wurde, konnte bei Patientinnen, die ein Östrogen mit Gestagen einnahmen, ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und kardiovaskuläre Erkrankungen (im Vergleich zur Placebo-Gruppe) gezeigt werden. Aus diesem Grund wurde die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren lange Zeit sehr kritisch betrachtet.
In einer aktuellen Arbeit konnte gezeigt...

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Intrauterine Inseminationen sind integraler Bestandteil der Therapieoptionen beim unerfüllten Kinderwunsch. Interessant ist daher ein aktueller  Review, der sich mit dem Risiko einer Infektion im Zusammenhang mit einer Insemination beschäftigt (Matorras et al. Risk of pelvic inflammatory disease after intrauterine insemination: a systematic review. Reprod. Biomed. Online 2017; Nov [Epub ahead of print]).
In insgesamt 365 874 Behandlungszyklen aus 2 Registerstudien wurden 57 Infektionsfälle...

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Nicht nur die generelle Zahl der Geburten in Deutschland steigt nach Daten des statistischen Bundesamtes, sondern auch der Erfolg der künstlichen Befruchtung. Auf dem Kongress des Dachverbandes Reproduktionsbiologie und – medizin e.V. (DVR) in München (07. – 09.12.2017) wurde das neue IVF-Register-Jahrbuch (D.I.R.-Jahrbuch) vorgestellt. Danach konnten 2015 mehr als 20 000 Kinder nach einer künstlichen Befruchtung geboren werden. 2011 waren es nur etwa 7000 Kinder. Der Anstieg hat wahrscheinlich...

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