Kein Grund zum Haareraufen

Jedes Haar hat nur eine begrenzte Lebenszeit. Danach fällt es aus und wird durch ein neues ersetzt. Das ist normal und kein medizinisches Problem. Verliert man aber täglich 100 oder mehr Haare, entstehen im Laufe der Zeit kahle Stellen, die bis zur Haarlosigkeit (Alopezie) führen können. Bei Männern ist der androgenetische Haarausfall meist anlagebedingt und führt zu Geheimratsecken oder einer Tonsur.

Da Haarausfall den allgemeinen Schönheitsidealen widerspricht, nach denen volles und gesundes Haar für Vitalität und Jugend steht, leiden insbesondere Frauen unter dem psychischen Druck, der mit der Erkrankung einhergeht. Wir versuchen, möglichst schnell die Ursache einzugrenzen und besprechen mit Ihnen die Möglichkeiten einer Therapie!

Der Grund für kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) ist noch weitestgehend ungeklärt und kann daher nicht ursächlich therapiert werden. Man vermutet Störungen des Immunsystems oder Hauterkrankungen wie Pilzinfektionen als Ursache. Die Auslöser für diffusen Haarausfall (A. diffusa) hingegen sind häufig Stoffwechselstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen. Die Haarwurzeln sind hierbei durch Nährstoffmangel, Medikamente oder auch Strahlung geschädigt. Ist die Ursache behoben, lässt sich auch der Haarausfall meist stoppen.

Androgenetische Alopezie (Alopecia androgenetica) wiederum ist ein durch Androgene hervorgerufener Haarausfall und mit rund 95 % der am häufigsten auftretende. Ursache ist eine vererbte Überempfindlichkeit der Follikel auf das männliche Sexualhormon Testosteron. Bei Männern ist er meist genetisch bedingt. Dennoch können auch Frauen davon betroffen sein; allerdings nicht in so starkem Maß wie Männer. Häufig macht sich diese Form des Haarausfalls bei Frauen während der Wechseljahre bemerkbar. Eine medikamentöse Therapie – je früher, desto besser – kann hier erfolgversprechend sein. Dabei verhindern Wirkstoffe in Tinkturen oder Tabletten die Umwandlung von Testosteron in seine aktive Form Dihydrotestosteron.