Außer der Regel

Beinahe jede Frau wird zumindest einmal in ihrem Leben mit Zyklusstörungen konfrontiert sein. Die Ursachen dafür sind vielfältig und können sowohl hormoneller als auch organischer Natur sein. Schon eine überdurchschnittlich hohe Stress-Situation kann diese auslösen. Neben Unterleibsschmerzen leiden die Betroffenen häufig auch unter dem seelischen Druck. Es gibt verkürzte und verlängerte Zyklen sowie das komplette Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe).
Vor einer Hormonuntersuchung sollten organische Ursachen von Zyklusstörungen (z. B. Muskelknoten der Gebärmutter = Myome) ausgeschlossen werden. Erst dann ist eine hormonelle Untersuchung sinnvoll.

Die Form der Blutungsstörung erlaubt oft keine Rückschlüsse auf ihre Ursache. Zur Abklärung der Zyklusstörung sollte eine erweiterte Hormonanalyse erfolgen, um zu hohe Werte von z. B. Prolaktin (milchbildendes Hormon) zu erkennen. Weiterhin sollte eine Überproduktion männlicher Hormone ausgeschlossen werden (Hyperandrogenämie). Weitere Ursachen können ein Ausbleiben des Eisprunges (z.B. Follikelpersistenzen) oder Schilddrüsenfehlfunktionen sein. Auch ausgeprägte Ess-Störungen können zu Zyklusstörungen führen. 

Nach Diagnosestellung kann eine Therapie z. B. mit einem Östrogen-Gestagen-Präparat oder einer zyklischen Gestagengabe erfolgen. Die optimale Einstellung einer gestörten Schilddrüsenfunktion kann notwendig werden. Medikamente zur Senkung des Prolaktinwertes (bei einer vorliegenden Erhöhung von Prolaktin = Hyperprolaktinämie) wären zu diskutieren, falls dies die Ursache der entsprechenden Zyklusstörung ist. Auch ein Ausbleiben der Regel nach Absetzen der Pille sollte abgeklärt werden.