Knochenbaustoffe im Ungleichgewicht

Der Stoffwechsel von Kalzium und Phosphat, den wichtigsten Grundstoffen der Knochen, unterliegt im menschlichen Körper einer engen Regulation. Für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts sind verschiedene Faktoren und Funktionen erforderlich. Dies sind die tägliche Kalzium- und Phosphatzufuhr über die Ernährung, die Aufnahme im Darm sowie die regelrechte Ausscheidung über die Niere und schließlich den Urin. Hormonell wird der Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel reguliert durch die beiden Hormone Vitamin D und Parathormon. So kommt es durch spezifische Regulationsmechanismen bei geringstem Abfall des Serumkalzium-Spiegels zu einer vermehrten Bildung des aktiven Vitamin D (Kalzitriol). Die Aktivierung des Vitamin D hingegen wird durch Parathormon gesteuert, sodass beide Hormone für die Aufrechterhaltung des Kalziumspiegels erforderlich sind.

Diagnose

Die Diagnose von Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel Störung wird anhand einer speziellen Anamnese sowie Krankengeschichte evaluiert. Neben der körperlichen sind laborchemische Untersuchungen entscheidend um die Diagnose einzugrenzen. Erst dann folgen spezielle bildgebende Untersuchungen (Sonographie, ggf Szintigraphie).

Therapie

In Abhängigkeit von der Ursache der Stoffwechselstörung erfolgt eine spezifische Behandlung, die bei einer Aufnahmestörung von zum Beispiel Kalzium auch eine Ernährungsumstellung (Beispiel Sprue) beinhalten kann. Je nach Ausmaß und Ursache ist eine medikamentöse Therapie manchmal vorübergehend, häufig jedoch über längere Zeit erforderlich. Wird  eine Hyperkalzämie durch einen primären Hyperparathyreoidismus (Überfunktion der Nebenschilddrüse) ausgelöst, ist häufig eine Operation erforderlich. Sehr selten hingegen ist bei einer Hypophosphatämie ein tumoröses Geschehen (onkogene Osteomalazie) ursächlich, das mit Tumornachweis auch operativ angegangen werden müsste.