Zellgewinnung aus dem Fruchtwasser

Bei der Fruchtwasserpunktion werden im Fruchtwasser schwimmende kindliche Zellen entnommen und in einer Kultur angezüchtet. Durch die anschließende Untersuchung können zahlreiche Chromosomenstörungen mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Das Ergebnis der Chromosomenanalyse liegt nach 7–10 Tagen vor. Üblicherweise wird die Fruchtwasserpunktion zwischen der 16. und 19. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Die Fruchtwasserpunktion kann jedoch auch zu jedem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft erfolgen.


Eine Punktion ist weniger dramatisch, als es den Anschein hat: Selbstverständlich werden Bauchdecke, Sonde und Punktionsnadel gründlich desinfiziert. Die Punktion selbst empfinden die meisten Frauen nur als leichtes Ziehen im Bauch. Der Eingriff dauert in der Regel weniger als eine Minute, und die entnommene Fruchtwassermenge bildet sich bereits in kurzer Zeit wieder nach.

Zunächst sprechen wir mit Ihnen ausführlich über die Durchführung, die Grenzen und Risiken der Untersuchung. Dann erfolgt eine detaillierte Ultraschalluntersuchung des Fetus. Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Nadel durch die Bauchdecke in die Fruchthöhe gestochen. Eine geringe Menge an Fruchtwasser (15 ml) wird dann in eine Spritze gesaugt. Neben den Chromosomen kann im Fruchtwasser die Konzentration des Alpha-Feto-Proteins bestimmt werden. Dieses Hormon ist bei Feten mit Defekten im Bereich des Rückens (Spina bifida) oder der Bauchwand erhöht.
Auch bei Infektionen der Mutter kann eine Fruchtwasserpunktion erforderlich sein.

Zusätzlich wird ein Schnelltest (STR-Test: Short tandem repeat) durchgeführt, der Ihnen die Wartezeit bis zum endgültigen Ergebnis erleichtert. Dadurch können die häufigsten zahlenmäßigen Chromosomenstörungen (Trisomie 13, 18 und 21) mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. 
Wenn in der Familie bekannte Erbkrankheiten vorliegen, können im Hinblick auf diese Erkrankungen besondere genetische Untersuchungen erfolgen.

Risiken

Bei der Fruchtwasserpunktion besteht das Risiko eines Blasensprunges oder einer Infektion der Fruchthöhle. Bei einer von 200 Punktionen kommt es zu Komplikationen, die zu einer Fehlgeburt oder einer Frühgeburt führen. Die aktuelle Literatur zeigt, dass bei späteren Punktionen das Fehlgeburtsrisiko abnimmt.