Kleine Eingriffe – große Resultate

Als invasive Diagnostik bezeichnet man alle Eingriffe in der pränatalen Medizin, bei denen mit einer feinen Nadel über die Bauchdecke der Schwangeren Gewebe des Mutterkuchens oder Flüssigkeiten (Fruchtwasser oder Blut) des Fetus abpunktiert  werden.

Gemeinsam ist allen diesen Verfahren, dass es eingriffbedingt zu einem Verlust der Schwangerschaft kommen kann. Im Vergleich zu allen nicht-invasiven Verfahren hat man aber eine noch höhere Ergebnissicherheit auf die untersuchten Eigenschaften. D.h. wenn eine Punktion durchgeführt wird, um ein Downsyndom auszuschließen, kann dies auch wirklich ausgeschlossen werden. Vor Einführung der Nackentransparenzmessung und Analyse der Laborparameter wurde sehr häufig vor allem bei Schwangeren über 35 Jahren punktiert. Nach Einführung  des Ersttrimester-Screenings sind die Eingriffszahlen deutlich zurückgegangen. Heutzutage werden solche Eingriffe viel gezielter durchgeführt.

Bei allgemein geringeren Eingriffszahlen ist es deswegen umso wichtiger, dass diese Punktionen in Zentren mit qualifizierten Ärzten durchgeführt werden, um eine niedrige Fehlgeburtsrate zu erreichen. Als Qualitätskriterium gilt es laut Literatur, wenn in einer Einrichtung mehr als 50 Amniozentesen und mehr als 150 Chorionzottenbiopsien (Mutterkuchenpunktionen) im Jahr durchgeführt werden.