Fehlbildungsdiagnostik

Jedes Detail zählt

Zwischen der 20. und 22. Schwangerschaftswoche kann eine Ultraschallfeindiagnostik (auch Fehlbildungsausschluss bzw. differenzierte Fehlbildungsdiagnostik genannt) erfolgen. In dieser ausführlichen Untersuchung wird Ihr Kind „von Kopf bis Fuß“ angesehen. Neben der Bestimmung der Größe und des Gewichtsschätzung werden auch die inneren Organe sowie die Blutversorgung des Fötus als auch der Gebärmutter beurteilt, um mögliche Erkrankungen und Fehlbildungen des Kindes zu erkennen. Auch Besonderheiten der Gebärmutter, des Mutterkuchens oder der Nabelschnur können dargestellt werden.

Diese Untersuchung stellt den sog. „Goldstandard“ in der Beurteilung des Fötus dar und erlaubt es, bis zu 90 % der Fehlbildungen pränatal zu erkennen. Trotz modernster Technik und größter Sorgfalt und Erfahrung des Untersuchers ist es nicht möglich, alle Erkrankungen pränatal zu diagnostizieren. So werden zum Beispiel Stoffwechselstörungen oder geistige Behinderungen häufig erst nach der Geburt entdeckt. Manche Auffälligkeiten entwickeln sich aber auch erst während des Schwangerschaftsverlaufes. Ungünstige Untersuchungsbedingungen wie beispielsweise bei einer verminderten Fruchtwassermenge, einer ungünstigen Kindslage oder einer kräftigen mütterlichen Bauchdecke schränken die Beurteilbarkeit ein.

Chromosomenstörungen können nicht im Ultraschall diagnostiziert werden. Zur definitiven Diagnose einer Chromosomenstörung bedarf es einer Fruchtwasser- oder Mutterkuchenpunktion mit einer Chromosomenanalyse der kindlichen Zellen. Der Ultraschall kann aber Hinweise für das Vorliegen von Chromosomenstörungen, v. a. einer Trisomie 21, geben. Im Gegenzug reduziert sich das Risiko für Chromosomenstörungen des Fötus, wenn in der Feindiagnostik keine Auffälligkeiten festgestellt werden. Sollten auffällige Befunde vorliegen, werden wir Ihre individuelle Situation ausführlich mit Ihnen erörtern und mit Ihnen besprechen, ob eine invasive Diagnostik wie eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) durchgeführt werden soll.

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Fehlbildungs-Ultraschall

Im "Goldstandard" bei der Untersuchung des Ungeborenen können bis zu 90 % der Fehlbildungen erkannt werden. Er erlaubt aber auch eine Einschätzung von Größe, Gewicht und den inneren Organen des Fetus.